Wir haben ein Klimaproblem. Wer geht freiwillig sterben?

Nähme man einfach an, dass der Klimawandel vom Menschen gemacht und real ist, dann
liegt es auf der Hand, dass wir mit unserem Nichthandeln uns in dem Abgrund stürzen.

Wenn wir den Klimawandel abwenden wollen, brauchen wir eine radikale Wende in allen
Bereichen des Lebens. Im Kern geht es doch darum, möglichst alle Autos von den Straßen zu bekommen, einen zuverlässigen, möglichst preiswerten Nahverkehr zu errichten,
sodass auch Menschen in stadtfernen Regionen nicht auf ihr Auto zurückgreifen müssen.
Im übrigen leben 2/3 der Menschen aus Deutschland auf dem Land und nicht in der
Stadt.

Wir haben doch nichts zu verlieren, wenn wir es versuchen. Ich stelle mir vor, wie ich tagtäglich eine Busfahrkarte kaufe, aber nie kontrolliert werde – nur andersherum wäre es
peinlich. Was ich damit meine ist, dass es doch nicht schadet eine Busfahrkarte zu haben, selbst wenn ich mir sicher bin, dass ich nicht kontrolliert werde. Doch was mache
ich, wenn ich doch zufällig kontrolliert werde, aber keine Fahrkarte habe.
Bezogen auf die Klimadebatte will ich damit sagen, dass wir uns keinen Zacken aus der
Krone brechen, wenn wir eine Fahrkarte lösen. Selbst wenn sich später herausstellt, dass
sich alle Wissenschaftler geirrt und wir Fahrkarten gelöst, aber nicht gebraucht haben. Es
ist alle Male besser, als unseren Bus, ohne gelöste Fahrkarte, mit voller Wucht gegen die
Wand zu fahren.

Lasst uns alles versuchen, um eine Katastrophe abzuwenden.
Natürlich schaffen wir das nicht allein – dazu sind wir weltweit zu wenige, um flächendeckend etwas zu bewirken.
Wir sind so irrelevant, als das wir nichts gegen den Klimawandel tun könnten.
Egal um was es geht… überall hört man immer und immer wieder das Gleiche:
„Das macht ja nur 2% des gesamten CO2 und Feinstaub Ausstoßes aus.“
Die magischen 2% scheinen mir omnipräsent.
Ja, das ist zwar richtig, dass vereinzelte Dinge wenig im Gesamtwesen verändern – man
sollte nur nicht addieren. Addiert man hingegen all diejenigen, die sich einsetzen, Ideen
haben und gewillt sind etwas zu bewegen, um unser Paradies zu erhalten, stellt man fest,
dass wir nicht wenige sind. Im Gegenteil.
Sind wir womöglich sogar irre relevant – zu verkopft.
Generell ist dieser Planet überbevölkert. Mit rund 7,75 Milliarden Menschen stoßen wir
jährlich pro Kopf je nach körperlicher Belastung zwischen 168 und 2040 Kilogramm CO2
aus

Vielleicht lösen wir das Problem bereits, indem mehr als die Hälfte der Menschheit ausgelöscht würde.
Finden wir 5 Milliarden Menschen, die freiwillig ableben?!
Man könnte mit einer einfachen Subtraktion das gesamte Problem lösen.
Solange China, Indien, Japan und die USA nicht mitmachen und jährlich gesamt 35,3
Tonnen CO2 pro Kopf in die Atmosphäre emittieren (stand 2014), in Australien Waldbrände andauern und Bolsonaro in Brasilien den Urwald abbrennt, wird es schwer – aber unmöglich? Ich weiß es nicht.

Wir sollten nicht aufhören, uns von unseren Überzeugungen leiten zu lassen, und unseren
Verstand zu gebrauchen.

Doch sollten wir aufhören panisch irgendetwas zu tun –
lieber mit Sinn und Verstand das Problem angehen.
Der von der EU beschlossene Emissions-Handel gleicht dem lutherischen Ablasshandel;
durch das Freikaufen werden weder Emissionen eingespart, noch ärmere Länder entlastet. Lediglich werden Emissionen von A nach B verschoben. Es entsteht ein Freikauf – die
marktwirtschaftlich Großen dieser Welt interessiert das Klima doch nicht. Glauben die
großen dieser Welt etwa sie säßen in einem anderen Bus, oder kommen gar in das Klimaparadies ohne Fahrkarte? Hin und wieder gelingt es einem schwarzzufahren, ohne erwischt zu werden, aber bekanntermaßen ist irgendwann immer das erste Mal. Löst man
also eine Fahrtkarte oder nicht? Man tut es im übrigen nicht für das Klima oder aus wirtschaftlichen Aspekten. Um mit einem weit verbreiteten Missverständnis aufzuräumen, es
gilt nicht das Klima zu schützen, dem Klima ist das herzlich egal – es geht darum uns, unser Leben und unser Paradies auf Erden zu erhalten.
Ein Klimapaket der Bundesregierung, welches nicht einmal eines Päckchens gleicht, sorgt
selbst bei der Post für Unstimmigkeit, ob die Mindestgröße für eine Versendung erfüllt sei.
Dabei stellt sich mir die Frage, ob für alle eigentlich ähnliche Preise gelten. Die Antwort
auf diese Frage liegt auf der Hand. Hinzu kommt, dass es mir schleierhaft ist, mit welcher
Währung hier gezahlt wird. Mit Menschenleben? Dem Talent? Apropos Talent: Im ursprünglichen Sinn war das Talent als eine Währung zu verstehen. Heute hingegen, gilt es
diesen Begriff neu zu definieren.
Die Ignoranz auf das längst verlorene Talent zu vertrauen; Talent ist keine Selbstverständlichkeit. Man muss es zu gebrauchen wissen. Sein Talent zu gebrauchen ist eine Einstellungssache. Die Wissenschaft allein, wird uns nicht retten. Die Rettung des Erdballs ist
nur durch harte Arbeit und das Talent, welches es zu gebrauchen gilt möglich.

Auf das Talent zu vertrauen und zu glauben, dass man nicht hart für seinen Erfolg arbeiten
müsse ist ein Trugschluss.
„Hard work beats talent when talent fails to work hard.“ – Lebron James.
Nachdem ich erkannt hatte, dass auch ich hart arbeiten muss, um erfolgreich zu sein und
dies auch zu bleiben, verging eine Menge an Zeit. Zeit die wir nicht haben, um unsere
Existenz zu sichern. Doch jetzt weiß ich, dass dieser Lernprozess elementarer Bestandteil
meines Wesens war und immer noch ist. Zurückkehren zu unseren Stärken; Dinge erforschen, Neuentdeckungen zu machen, neugierig zu bleiben und zu hinterfragen. Lasst es
uns als eine Herausforderung ansehen, vielleicht auch als einen Sport. Einen Klimasport,
den wir mithilfe unseres Talents und harter Arbeit meistern können.

Es ist gewiss kein 1000-Meter Lauf; vielmehr ein Marathon.
Der Weg ist lang und beschwerlich, aber dennoch ist er alternativlos.
Es stehen noch viele Hürden vor uns.
Eine Wende wird Veränderungen mit sich bringen, die unabdingbar und elementar für unsere Zukunft sind. Die Angst, vor Veränderungen, die nicht abzusehen sind – einer Angst
der man sich stellen sollte. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass selbst wenn Gewissheit herrscht, die Angst regiert. Zu wissen, dass diese Leute den selben Sport machen wie ich, wir keine Gemeinsamkeiten haben, obwohl es doch der selbe Sport ist, ist
zermürbend, aufreibend und irgendwie auch verrückt. Betrachtet man das Leben als einen Sport, dann geht es im Kern darum zu überleben. Und was tun wir? Versuchen wir
gerade, unser Paradies am Leben zu erhalten? Wir sind doch alle im gleichen Sportverein,
sitzen im selben Bus, schauen aus den Fenstern, bei Tag und auch bei Nacht – doch handeln wir?
Unserer Glück ist es, dass wir den richtigen Weg kennen, er ist ausgeschildert, und selbst
in der Nacht zu sehen. Wir müssen diesen Weg beschreiten – lieber heute als morgen,
doch der Weg ist noch weit, lang und zäh.

In diesen Essay habe ich Zeit investiert, mein Talent genutzt und auch gearbeitet. Ich bin
sehr zufrieden, mit dem was ich geschrieben habe. Doch man sagte mir, dass dieser Essay nicht fertig und häufig nicht logisch verknüpft sei. Essay, eigentlich nur ein Versuch.
Ich habe es versucht, mein Busticket gelöst und zumindest angefangen.
Doch auch beendet?
Ist es wichtig, es zu Ende zu bringen?
Was man nicht anfängt, kann man auch nicht fertig bekommen.

Max Lou Kerth

1 Kommentar zu „Wir haben ein Klimaproblem. Wer geht freiwillig sterben?“

  1. Avatar

    Irgendwann ist bei den meisten von uns der Idealismus, soweit wir ihn überhaupt hatten, dem Pragmatismus gewichen. Die Mächtigen der Welt sind oft nicht die, die wir dafür halten. „Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus“, auch in Gesellschaften, in denen sich Menschen vielfach über ihr Konsumvermögen definieren. Die Angst, selbst durch dringend notwendige Veränderung etwas vom eigenen Wohlstand verlieren zu können und saturierte Bequemlichkeit bieten leider keine optimale Ausgangssituation für das mittlerweile sehr bald erforderliche Umsteuern.
    Wir bräuchten alsbald Konzepte, die ein intrinsisches Umdenken auf breiter Basis bewirkten.
    Dazu ein Gedankenexperiment: Eine Rasenfläche ist von Wegen umgeben. Es gäbe nun verschiedene Möglichkeiten zu verhindern, dass Passanten die Abkürzung über den Rasen wählten. Natürlich ließe sich mit Verboten oder Zäunen reagieren, das verlangte aber eine fortwährende Kontrolle und entsprechende Sanktionierung von Fehlverhalten. Am leichtesten durchsetzbar wäre, den Hang zur Bequemlichkeit des Individuums auszunutzen und den größten Trampelpfad auf dem Rasen als Weg einzurichten. Das schonte zumindest die übrige Rasenfläche.

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.