Eindrücke aus der Projektwoche

Am 20. Juni 2022 startete das Gymnasium Schloss Plön in eine weitere Projektwoche. Fünf Tage lang können sich die Schülerinnen und Schüler in mehr als 45 verschiedenen Projekten ausprobieren. Von sportlichen oder kreativen bis hin zu nachhaltigen Projekten ist alles vertreten. Der Scheinwerfer hat einige Projekte besucht!
Ein großer Teil der Schule ist bei der Schiffsthal oder beim Bootshaus sportlich unterwegs. Einige Sportlerinnen und Sportler konnten wir auch bei der Schule antreffen.

Let’s dance
Ein wortwörtlicher Tanzkreis dreht sich im Raum zu Edge of Glory von Lady Gaga. Manch ein unerfahrener Journalist wundert sich, dass man Paartanz („Standard“) auch zu moderner Musik tanzen kann. Bei genauerem Hinsehen fällt uns auf, dass nur ein Junge unter den Teilnehmenden ist. Außer natürlich Herr Haman.
Dieser koordiniert als Sportlehrer die Gruppe sicher beim Lernen der „Herren- und Damenschritte“ und beim gemeinsamen Tanzen. Warum er das Tanzprojekt anbietet, wollen wir wissen. Tanzen sei cool, doch Tanzhäuser seien heute kaum noch vorhanden oder es fehle einfach die Gelegenheit, Standard- und Lateintänze kennenzulernen. Aus jahrelanger Erfahrung weiß Herr Hamann, wie viel Spaß Tanzen bringt, vor allem, wenn man es gemeinsam tut. Die Teilnehmenden wünschen sich Bewegung, Spaß, gemeinsame Zeit und auch ein bisschen die Herausforderung.
Aber mal ehrlich: Jungs, warum tanzt ihr denn nicht?

Floorball
Unter der Leitung von einer Schülerin und einem Schüler sowie mit tatkräftiger Unterstützung von Herrn Pfeifer-Barbosa können die GSPler in der Projektwoche die Sportart Floorball kennenlernen. Hierbei handelt es sich um einen Hallensport, der in gewisser Weise dem Eishockey ähnelt. Die Sportbeigeisterten jagen dabei in zwei Teams einem mit Löchern versehenen Kunststoffball hinterher und versuchen diesen mit ihren Schlägern in das gegnerische Tor zu befördern. Neben dem reinen Spielen steht das Erlernen von Fachbegriffen sowie verschiedenster Techniken für ein erfolgreiches Spiel auf dem Plan.
In diesem Sinne: Lasset die Spiele beginnen!

Das GSP ist kreativ – die vielen gestalterischen Projekte beweisen es!

Chor
In der neuen Aula wird ein besonderer Muskel trainiert: Das Zwerchfell. Nebenbei aber auch viele andere kleine Muskelgruppen, die beim Singen zusammenkommen. Frau Knuth leitet voller Energie und guter Laune die Gruppe an. Nach dieser langen Zeit ohne Aufführungen wird am Freitag endlich mal wieder Gelegenheit dazu sein. Wir freuen uns darauf!

Psst, – wenn ihr schon einmal reinhören möchtet, haben wir hier für euch eine kleine Probenaufnahme!

Der Schulchor unter Leitung von Frau Knuth am Dienstag, den 21.06.22

Tape-Art
Auf Blättern und Gegenständen kleben ausdrucksstarke Klebebänder (Tapes), es stapeln sich bunte Rollen und ein Overheadprojektor ist auch im Einsatz. Worum geht es hier?
Tape-Art ist eine moderne Kunstrichtung, die aus der Graffitiszene entstanden ist, erklärt Herr Surkau. Aber anders als beim Sprayen geht es beim Ab- und Verkleben hier nicht um den Schutz bestimmter Flächen, sondern um das Kleben selbst. Verschiedenste Effekte sind möglich, nicht nur durch die etlichen Farben und Flächen, die man wählen kann, sondern auch durch die unterschiedliche Umsetzung: Während einige abstrakt arbeiten, kleben andere Figuren. Was die am Projekt Teilnehmenden bislang im Kleinen ausprobiert haben, soll schließlich auch im Großen an die Wand. Und da kommt der Projektor ins Spiel, mit dem man als „Schattenspieler“ Unterstützung beim Kleben von Entwürfen erhält.
Tape-Art ist übrigens nicht nur faszinierend, sondern auch teuer, weil die Tapes viel Geld kosten. Dieses Projekt ist daher eine besondere Gelegenheit!
Am Ende der Woche erfreuen wir uns vielleicht schon an zwei Kunstwerken. Also achtet mal darauf, wenn ihr durch das Treppenhaus im Alten Fachgebäude lauft oder es euch im Aufenthaltsraum des Neuen Fachgebäudes gemütlich macht.

Print your fashion
Wer denkt, Kunst ist langweilig, der kennt noch nicht das Projekt von Frau Bohrmann: Print your own fashion lautet das Motto ihres Projekts. In fünf Tagen lernen die Schülerinnen und Schüler verschiedene Drucktechniken kennen. Den Start macht der sogenannte Stempeldruck am Montag. Dabei werden Moosgummimotive auf Holzstempel geklebt, mit Farbe bemalt und auf Baumwollstoffe jeglicher Art gedruckt. Im Fortgang der Woche erlernen die ProjektteilnehmerInnen darüber hinaus den Sonnendruck und die Monotypie. Wer sich jetzt fragt, was Monotypie ist, dem ergeht es wohl so, wie dem Großteil der Menschheit. Monotypie ist eine ganz besondere Drucktechnik, bei der nur ein einziges Exemplar hergestellt werden kann. Das Endergebnis ist somit immer ein Unikat. Cool, oder?

Motivtorten
Freunde der süßen Nascherein aufgepasst – Dieses Projekt hat Seltenheitswert!
Die Gruppe um Frau Niemann plant, backt und dekoriert eine Woche lang sogenannte Motivtorten. Dies sind mit Fondant (einer Zuckermasse) eingedeckte Torten, die im Anschluss nach Belieben verziert werden. Zu Beginn der Projektwoche steht das detaillierte Planen der einzelnen Torten auf dem Programm. Denn bei dem Projekt handelt es sich nicht um Backen frei nach Schnauze, sondern um exakt geplante kleine Kunstwerke. Dabei haben die ProjektteilnehmerInnen die Qual der Wahl: Welcher Boden soll es werden? Welche Füllung soll die Torte bekommen? Was für Motive zieren am Ende das Kunstwerk? Anschließend wird der Mixer geschwungen, Teig geknetet, ausgerollt, gebacken und in Form gebracht. Dabei ist naschen natürlich ausdrücklich erlaubt, damit die Torten am Ende auch himmlisch schmecken.

Manche Projekte verfolgen vor allem nachhaltige Gedanken zur Umwelt, Gesellschaft oder zum Einzelnen.

Wasser-Projekt
Das Ziel vom Projekt „Wasser“ sei es, Wasser näher kennenzulernen. Angesichts der geplanten Aktionen könnte man aber auch sagen: Es geht um das Grundlegendste überhaupt, nämlich unsere Quelle zum Leben.
Am Montag experimentiert die Projektgruppe mit Matschwasser. Wenn ihr euch schon einmal gefragt habt, wie ihr in einer möglichen Zombie-Apocalypse überleben könnt, dann aufgepasst! Bevor ihr euch nämlich den nächsten Baseballschläger sucht, solltet ihr ausreichend Ressourcen zum Überleben sichern. (Natürlich kann das Folgende auch in einem weniger spannend-grotesken Szenario wichtig werden…)
Mit Korken als Währung können die Teilnehmenden verschiedene Hilfsmittel zum Filtern erwerben. Von Krepppapier kann euch schon einmal abgeraten werden – das haben wohl eh nur die Bastler zuhause und es verfärbt das Wasser noch zusätzlich. Zeitungspapier oder einen Briefumschlag hat man zwar eher zur Hand, aber sinnvoll ist das nicht. Schon besser ist dagegen ein Mikrofasertuch. Aber die sauberste Methode, die das Wasser sogar wieder durchsichtig filtern kann, ist Sand. Wer davon genug in Tasche oder Auto herumschleppt, ist also klar im Vorteil. Und zum Glück leben wir in Strandnähe!
Die gute Lage nutzt im Verlauf der Woche auch die Projektgruppe, die noch mit einem Forschungsschiff die Ostsee erkunden und vielleicht Schweinswale beobachten wird. Auch der Besuch einer Kläranlage sowie das Erforschen von Seelebewesen stehen noch auf dem Plan.

Anne-Frank-Projekt
Am Anfang der Projektwoche haben die Schülerinnen und Schüler mit Herrn Paasch-Beeck den Kurzfilm „Spielzeugland“ angeschaut. Bei diesem wird eindrücklich gezeigt, wie Nachbarn und Freunde in den 1940er Jahren auseinandergerissen wurden. Der Film „Spielzeugland“ ist einer von vielen Anlässen, um über die Zeit des Nationalsozialismus zu sprechen und zu reflektieren.
Im Projekt lernen die Teilnehmenden anhand von Tagebuchauszügen und der Anne-Frank-Zeitung vor allem die Familie Frank näher kennen. Welchen Eindruck sie von ihnen haben, wollen wir wissen. Jasper findet, Annes Vater Otto Frank wirke wie ein sehr weltoffener Mensch. Nach dem Tod seiner Familie setzte Otto Frank sich durch die Gründung des Anne Frank Fonds vielfach ein, um beispielsweise Völkerverständigung und die Überwindung von Vorurteilen und Rassismus zu fördern, – Ideale, die er mit seiner Tochter Anne teilte.
Beim Anne-Frank-Projekt gibt es viel zu lernen, aber ein “reines Schulthema“ ist das nicht. Denn ob gesellschaftlich oder individuell: Es wird immer wichtig sein, sich zu erinnern.

Außenwirkung
In Frau Krügers Projekt wollen die Teilnehmenden vor allem etwas für sich tun. Es geht darum, Selbstbewusstsein aufzubauen und persönlich voranzukommen. Dabei geht es aber nicht darum, zur Plappertasche zu werden, sondern sich grundlegend wohl und sicher mit und vor anderen zu fühlen. Beim Beobachten der Menschen auf dem Plöner Marktplatz kann man gut erkennen, wer selbstbewusst oder eher unsicher ist, wer sich im sogenannten „Hoch- oder Tiefstatus“ bewegt. Man sieht es an der Körperhaltung, manchmal aber auch am bloßen Verhalten. Zum Beispiel, wenn eine ältere Dame sich ungerührt mit Gehwagen durch die Gruppe bewegt, scheint ganz klar: Sie lässt sich nicht aus der Ruhe bringen.
Wir finden, davon kann sich jeder etwas abgucken. Aber egal, ob du eher laut oder leise, unsicher oder selbstsicher bist: Du bist gut, so wie du bist!

In dieser Woche suchen viele von uns nach Erholung von diesem anstrengenden Schuljahr. Ob ihr euch sportlich im Team austobt, bei guter Musik Makramee kennenlernt oder mit Frau Hoops ganz gezielt dem Thema Entspannung näher kommt – wir hoffen, ihr habt im Rückblick eine tolle Projektwoche!

1 Kommentar zu „Eindrücke aus der Projektwoche“

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