Aufstand am Gymnasium/Internat

Was war da denn los? Wann war das? Wie kam es dazu?

Das haben wir uns auch gefragt, als wir davon gehört haben. Diese Fragen kann uns jemand
beantworten:
Michael von Lüdinghausen, 70 Jahre alt und Inhaber eines Unternehmens, war Schüler am
Internatsgymnasium Schloss Plön und hat den „Aufstand“ miterlebt.

Zuerst muss man aber sagen, dass der oft verwendete Begriff „Aufstand“ eigentlich gar nicht
korrekt ist. Man hat einen Vorschlag gemacht und sich mit den Erziehern zusammengesetzt, um
den Internatsalltag zu verändern. Das Internat war zu dem Zeitpunkt, also 1968, von den
Strukturen einer Napola (Nationalpolitische Erziehungsanstalt) geprägt. Das bedeutete, dass der
Schulalltag sehr streng ablief: 35-40 Schüler teilten sich einen großen Schlafsaal, gewaschen hat
man sich im Keller und warme Duschen waren auf eine pro Woche begrenzt. Generell mussten
alle Schüler ab 20:30 Uhr im Hause sein. „Es passte sehr vieles nicht mehr in die Zeit“, deshalb
entschieden Michael und ein paar seiner Freunde, sich für eine Veränderung einzusetzen und das
Internat moderner zu gestalten.
Sie besprachen ihre Gedanken mit einigen Lehrern, allerdings hatten sie nicht die konservative
Einstellung des damaligen Schulleiters in Betracht gezogen.
Der Plan begann mit einer Verschriftlichung der Ideen, die dann dem Direktor vorgelegt worden
ist

Eines vermeintlich normalen Morgens erblickten die Schüler dieser Gruppe Zeitungen mit dem
Artikel „Revolte am Internatsgymnasium“, um die sich eine große Menge anderer Schüler im
Rittersaal versammelt hatte. Mit offenen Mündern stellten sie schockiert fest, dass der Plan, der
eigentlich vertraulich gehalten werden sollte, bereits in Form eines Zeitungsartikels veröffentlicht
worden ist.
Wie konnte das passieren?
Der Verantwortliche für de Indiskretion war innerhalb der 5er Gruppe schnell bekannt, wurde aber
aus Loyalitätsgründen nicht benannt. Als Konsequenz flog die Gruppe im Abiturjahr von der
Schule und ist aus dem Internat ausgeschlossen worden.
Glücklicherweise hat das Bundesministerium von Schleswig-Holstein entschieden, dass sie ihre
Schullaufbahn als externe Schüler fortführen durften. Das Angebot des Internats, dieses wieder
besuchen zu dürfen, ist von der ganzen Gruppe abgelehnt worden.

Für Michael persönlich bedeutete der Ausschluss vom Internat, dass sein Vater ihm lediglich
finanzielle Unterstützung in Höhe der sonstigen Internatskosten (ca. 365 Mark) zukommen ließ,
mit denen er auskommen musste, was tatsächlich möglich war.
Kurz nach den Geschehnissen im Internat trennte sich die Gruppe, die im Grunde nur eine
Gemeinschaft zum Zweck gewesen war.
Insgesamt hat sich die Situation nicht in die gewünschte Richtung verändert, aber trotz allem hat
Michael viele schöne Erinnerungen in seiner Schulzeit sammeln können.

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